Dienstag, 13. August 2013

Trocken durch Training - auch Männern hilft Beckenbodentraining

Nach einer radikalen Prostataentfernung sollte es für jeden Mann selbstverständlich sein: das intensive Training der Beckenbodenmuskeln zur Wiedererlangung und Stärkung der Kontinenz. Aber die tägliche Erfahrung in der urologischen Sprechstunde zeigt, längst nicht alle Betroffenen praktizieren die Übungen richtig und mit der gebotenen Regelmässigkeit. Mari Overgard vom St. Olavs Hospital in Trondheim/Norwegen untersuchte in einer Studie an 85 Männern, ob sich mit einer konsequenten Beübung eine bessere Kontinenz erzielen lässt (Eur Urol 2008). Alle Männer erhielten nach der Operation eingehenden Instruktionen über die richtige Anspannung der Beckenbodenmuskeln und wurden ermutigt, die Übungen intensiv zu Hause auszuführen. Die Teilnehmer wurden auf zwei Gruppen verteilt: Gruppe A wurde über ein Jahr zum regelmässigen Training bei einem Physiotherapeuten eingeladen und Gruppe B trainierte allein zu Hause (oder auch nicht). Während nach drei Monaten noch ähnliche Ergebnisse bezüglich der Kontinenz zu verzeichnen waren, wiesen Overgard und seine Kollegen nach einem Jahr einen signifikanten Unterschied nach. Männer unter physiotherapeutischem Training waren signifikant kontinenter als jene unter Heimtraining. Die Botschaft dieser Studie: Mit der richtigen Motivation und Anleitung verbessert Beckenbodentraining die Kontinenz, und das bis zu 12 Monate nach der Operation. Hier noch die empfohlene Dosis: mindestens dreimal täglich 20 Kontraktionen bestehend Anspannen, Halten und Entspannen.

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