Donnerstag, 9. Januar 2014

Meilensteine der Neurourologie - der Selbstkatheterismus

Bei Blasenentleerungsstörung ist die Vermeidung eines Dauerkatheters ein vorrangiges Ziel. Ursprünglich für querschnittgelähmte Patienten entwickelt, gilt heute der Selbstkatheterismus als Goldstandard zur Behandlung von Harnblasenentleerungsstörungen bei Männern, Frauen und Kindern. Wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Etablierung des Selbstkatheterismus sind die Motivation des Patienten sowie eine ausreichend körperliche Beweglichkeit, Handfunktion und Sehkraft. Die fachkundige Unterweisung einschliesslich des Training und ggf. Korrektur der Technik sowie die Beratung zu geeigneten Kathetermodellen werden von speziell ausgebildeten Pflegekräften an neurourologischen Zentren durchgeführt. Nach einer gewissen Lernkurve und eine entsprechende Sorgfalt bei der Durchführung vorausgesetzt, ist ein über viele Jahre komplikations- und infektarmer Verlauf möglich und eine sehr gute Lebensqualität erreichbar. Es stehen verschiedene steril verpackte Kathetersysteme zur Verfügung. Es werden hierbei hydrophil vorbeschichtete Katheter von solchen unterschieden, die zusammen mit einem separat zu applizierenden Gleitmittel verwendet werden. In den letzten Jahren neu vorgestellt wurden speziell für Frauen entwickelte kurze Katheter (z. B. Lofric Sense), eine beweglich gelagerte, atraumatische Katheterspitze (z.B. Sauer IQ Cath) oder eine komplett berührungsfreie Handhabung mit Einführhilfe und Schutzhülle (z. B. Hollister Vapro). Im Vergleich zum dauerhaften Blasenkatheter stellt der intermittierende Katheterismus die bei weitem die komplikationsärmere Alternative zur Katheterdrainage der Harnblase bei Blasenfunktionsstörungen dar.


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