Dienstag, 26. Januar 2016

Wie entstehen Schmerzen in der Blase?

Wie jedes andere Organ des Körpers ist auch die Harnblase schmerzempfindlich. Schmerzhafte Reize im Blaseninneren werden durch ein feines Geflecht von Rezeptoren und Nervenbahnen registriert, über das Rückenmark ins Gehirn geleitet und dort als Schmerz interpretiert und bewusst empfunden. Schmerzrezeptoren finden sich sowohl in der Blasenschleimhaut im Inneren der Blase als auch in der muskulären Blasenwand. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Schmerzzustände, den meist temporären Entzündungsschmerz der Blasenschleimhaut und den häufig konstant empfundenen Dehnungsschmerz der Blasenwand. Insbesondere Frauen kennen den typischen Schmerz bei einer Blasenentzündung. Unmittelbar nach der (meist auch schmerzhaften) Blasenentleerung ist die Blase nahezu schmerzfrei, der Missempfindungen beginnen jedoch bald darauf erneut und gehen mit zunehmender Blasenfüllung in einen konstanten Schmerz über. In diesem Falle ist die durch Bakteriengiftstoffe entzündete Blasenschleimhaut Ursache des Schmerzzustandes. In der Spiegelung sieht die Schleimhaut der Harnblase gerötet und geschwollen aus. Die aus Eiweiß- und Zuckermolekülen bestehende Schutzschicht der Schleimhaut ist beschädigt, so dass die entzündete Blasenwand mit dem chemisch aggressiven Harn in Kontakt gerät und Schmerzrezeptoren aktiviert werden. Auch nach Beginn einer antibiotischen Therapie hält der Entzündungsschmerz noch einige Tage an, erst nachdem die Entzündung der Schleimhaut zurückgegangen und die Schutzschicht zum Urin wiederhergestellt ist, verschwindet der Schmerz allmählich. Bei einer chronischen Entzündung der Blasenwand, der sogenannten Interstitielle Zystitis ist die Blasenfüllung dauerhaft mit Schmerz und häufigem, meist sehr schmerzhaftem Harndrang verbunden ist. Die Ursache ist nicht genau bekannt, könnte aber im Zusammenhang mit häufigen Harnwegsinfekten, Operationen im Becken, Autoimmunerkrankungen oder Verletzungen der Blasenschleimhaut stehen. Dabei kommt es zu einer Zerstörung der Schutzschicht auf der Harnblasenschleimhaut, die eine natürliche Barriere bildet und verhindert, dass aggressive Inhaltsstoffe des Urins in tiefere Blasenwandschichten eintreten und dort Entzündungen hervorrufen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen