INKONTINENZ IST BEHANDELBAR

INKONTINENZ IST BEHANDELBAR - KONSERVATIV UND OPERATIV

Für Frauen mit Hyperaktiver Blase gibt es diverse konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten um Lebensqualität wiederherzustellen

In der Schweiz leiden etwa 15 Prozent der Frauen unter einer Dranginkontinenz. Den meisten kann geholfen w
erden, erklärt PD Dr. André Reitz, Leiter des KontinenzZentrums Hirslanden. 

Wann sollten Frauen Inkontinenz behandeln lassen? 
Wir sprechen von einer hyperaktiven Blase, wenn sehr häufiges Wasserlassen am Tag und in der Nacht nötig ist, ein verstärkter Harndrang auftritt und auch ein ungewollter Harnverlust vorkommt. Ist dies mit starken Einschränkungen im Alltag oder einem Leidensdruck verbunden, empfiehlt es sich, einen Neuro-Urologen anzusprechen. Inkontinenz muss nicht sein. 
Welche Behandlungsmöglichkeiten hat der Arzt? 
Zunächst werden Ratschläge zur Änderungen des Lebensstils gegeben – zum Beispiel weniger Kaffee und andere reizende Nahrungsmittel. Hilft das noch nicht, ist eine Beckenbodentherapie empfehlenswert. 
Und wenn auch das nichts hilft? 
Dann können Medikamente zum Einsatz kommen, die den Harndrang dämpfen. Wenn auch damit keine wesentliche Besserung eintritt, hat der Kontinenzspezialist bei Dranginkontinenz in der Regel zwei Optionen: Er kann Botox in die Blase spritzen oder ein System zur Stimulation der Blasennerven implantieren. 
Sie meinen die sakrale Neuromodulation, mit der Sie sich am KontinenzZentrum Hirslanden intensiv befassen. Warum? 
Es ist die einzige Behandlung, die nicht nur die Symptome kuriert. Mit der sakralen Neuromodulation wird der Harndrang dauerhaft kontrollierbar. Alle sechs bis acht Jahre muss das Implantat ausgetauscht werden, weil dann die Batterie leer 
ist. Mithilfe einer
Elektrode am dritten
Kreuzbeinnerv und
einem Neuromodu
lator, der unter die
Haut implantiert
wird, werden feine
Nervenbahnen angeregt, um jene Reflexe wiederherzustellen, die zur korrekten Funktion von Harnblase und Schliessmuskel notwendig sind. 
Kann damit allen Patienten geholfen werden? 
Bei etwa einem Drittel der Patienten reicht es aus, die Lebensgewohnheiten zu ändern oder eine Beckenbodentherapie zu beginnen. Bei einem weiteren Drittel helfen Medikamente. Bei den verbleibenden Patienten spricht die sakrale Neuromodulation zu 70 bis 80 Prozent an. Es lohnt sich also, einen Spezialisten zu Rate zu ziehen und die Lebensqualität zurückzugewinnen. 

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