Pflanzliche Wirkstoffe bei chronischen Blasenentzündungen II

Heilpflanzen zur Prävention und Hilfe bei rezidivierenden Harnwegsinfekten

Senföle gegen wiederkehrende Blasenentzündungen
Phytotherapeutika sind nicht nur gegen leichte Blasenentzündungen hilfreich und nützlich, sondern haben auch eine gute vorbeugende Wirkung bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Hier hat sich gezeigt, dass die Senföle (Glucosinolate, Inhaltsstoffe der Kreuzblüten- und Kapuzinerkresse sowie der Mehrrettichwurzel) gute Effekte zeigen, indem sie die Vermehrung von Bakterien hemmen und auch gegen Viren und Pilze wirken. Da es praktisch unmöglich ist, diese Wirkstoffe in einer wirksamen Dosis auf natürlichem Wege zu sich zu nehmen, gibt es rezeptfreie, konzentrierte  Präparate wie Angocin Anti-Infekt, das Senfölglykoside beinhaltet. Allgemein sind Senfölpräparate gut verträglich, selten können sie die Magenschleimhaut irritieren und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen.

Heilkräuter  als Aquaretika
Speziell zur Prävention gegen Blasenentzündungen gibt es eine Auswahl an Kräutern, die bei Verdacht auf einen Blaseninfekt für einige Zeit eingenommen, die durch Spülung und Desinfektion der Blase der Blasengesundheit sehr zuträglich sind. Für die Durchspülungstherapie der Blase sind harntreibende und entzündungshemmende Kräuter zu empfehlen. Dazu zählen z.B. Ackerschachtelhalme, Birkenblätter, Brennnessel, Samenfreie Gartenbohnenhülsen, Echtes Goldrutenkraut (Solidaginis virgaureae herba), Hauhechelwurzel, Heidekraut, Schwarze Johannisbeerblätter , Liebstöckelwurzel, Löwenzahn, Orthosiphonblätter, Petersilienkraut und -wurzel, Schachtelhalmkraut und einige mehr.

Konzentrierte Heilkräuterpräparate
Alternativ zu Teekuren gibt es auch ein weiteres effizientes, rezeptfreies Heilkräuterpräparat, das die Blase stärkt und gegen Blasenentzündungen hilft. Canephron, beinhaltet in konzentrierter Form: Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurz und Rosmarin. Rosmarin wird in der Naturheilkunde seit jeher zur Anregung des Gallen- und Harnflusses verwendet und wirkt zusätzlich krampflösend und schmerzlindernd. Liebstöckelwurzel besitzt harntreibenden und krampflösenden Effekte. Tausendgüldenkraut hat eine krampflösenden und entzündungshemmenden Wirkung bei Erkrankungen des Harntraktes.

Preiselbeeren und Cranberrys zur Vorbeugung gegen Harnwegsinfekte
Preiselbeeren und auch Cranberrys enthalten natürliche Farbstoffe die Anthocyane und Proanthoyanidine, durch die Bakterien sich nicht mehr an der Blasenwand festhalten können und ausgespült werden. Zudem können Bakterien gegen diese Stoffe keine Resistenzen bilden. Sind bereits Bakterien in der Blase können Preiselbeeren und Cranberrys innerhalb eines Tages helfen. Dauert es länger muss dennoch ein Arzt aufgesucht werden. Studien haben ergeben, dass Cranberry-Präparate und Saft wenig geeignet sind um akute Harnwegsinfekte zu behandeln, aber eine tägliche Einnahme eine hilfreiche Präventionsmassnahme darstellt.
Anthocyane und Proanthocyanidine können in zwei verschiedenen Formen eingenommen werden: entweder als Saft oder in Tablettenform. 
Wenn man sich für Saft entscheiden, so sollte es sich um 100-prozentigen Fruchtsaft handelt in reiner Qualität ohne Zusätze, Zucker, Geschmacksverbesserungen oder Konservierungsstoffe. Wichtig ist ausserdem, dass der Saft nicht erhitzt wurde, um die Wirksamkeit sicherzustellen. Zur Geschmacksverbesserung kann der Saft etwas gesüsst werden. Wer diesen jedoch nicht mag, kann konzentrierte Präparate, die oft noch Acerolakirsche enthalten, einnehmen. Diese besitzen eine gleiche Wirkungskraft, sofern sie eine Mindestmenge von 36 Milligramm PAC am Tag enthalten. Dies ist z.B. bei den Kapseln „Cranberry-36“ Vega Caps, die in Apotheken erhältlich sind, der Fall. 

Quelle: 
Ars Medici 6_2018  S.226 ff)
Blasenprobleme natürlich behandeln. Dr. Andrea Flemmer. S. 29 ff.

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