Blasenschwäche im Alter ist kein Schicksal!

Inkontinenz ist auch bei hoch Betagten gut behandelbar.

Ein schwacher Beckenboden verbunden mit Störungen der Beckenorgane wie Harn- und Stuhlinkontinenz ist mit fortschreitendem Alter ein häufiges und sehr belastendes Symptom, das die Lebensqualität empfindlich einschränkt. 
Die Betroffenen sind psychisch sehr belastet. Durch die Inanspruchnahme der Personen aus ihrer nahen Umgebung entsteht ein soziales und pflegerisches Problem, das mit zunehmendem Krankheitsverlauf auch zu abnehmender Lebensqualität durch Isolation, Stürze, Depressionen und zunehmender Pflegeleistungen des sozialen Umfeldes bis hin zu einem Eintritt in eine Pflegeinrichtung führen kann. 

Ursachen für Inkontinenz im Alter
Ursachen sind zum Beispiel Hormonveränderungen,  Abnehmende Kraft des Blasenmuskels, Störungen der neurogenen Steuerung sowie alterskorrelierte Veränderungen der Anatomie des unteren Harntraktes. Weitere Auslöser können medikamentöse Nebenwirkungen sein. Während Betroffene einer Blasenfunktionsstörung bis etwa 65 Jahre Funktionsverluste an der Blase, dem Blasenauslass oder im Beckenboden haben, wird die Funktionalität der Blase und des Darms im Alter vielmehr durch die veränderte neurogene Steuerung sowie durch nachlassende Kompensationsmechanismen beeinflusst.

Wichtig ist: Enttabuisierung, Problem ansprechen und behandeln.
Eine Inkontinenz sollte nicht verheimlicht und mit entsprechenden Hilfsmitteln aus der Apotheke oder Drogerie unbehandelt versorgt werden. Es bedarf einer gründlichen Abklärung und Behandlung, denn häufig kann durch einfache minimal-invasive Massnahmen bereits viel gewonnen werden. Dazu zählen unter anderem ein spezielles Beckenbodentraining mit Biofeedback, eine medikamentöse Therapien z.B. bei Hormonmangel oder einer Prostatavergrößerung etc.

Gründliche Diagnose  und individuelle Therapien können helfen
Die Funktion des Beckenboden, Blase und Darm nachhaltig und effektiv verbessern zu können bedarf es einer fundierten ausführlichen Diagnostik, denn unterschiedliche Inkontinenzformen, wie Drang-, Belastungs,- und Mischinkontinenz bedürfen unterschiedlicher Behandlungsansätze auch abhängig von der individuellen gesundheitlichen Situation und den persönlichen Bedürfnissen. Mit zunehmendem Alter stehen medikamentöse Optionen und oder ein gezieltes Beckenbodentraining sowie auch Anpassungen im Trinkverhalten und gegebenenfalls eine Gewichtsabnahme im Vordergrund. 
Bei grundsätzlich gegebener Operabilität kommen aber, wenn die oben genannten Massnahmen nicht ausreichen, durchaus verschiedene minimalinvasive Operationsverfahren zum Einsatz, die selbstverständlich auf die persönliche gesundheitliche Situation des Betroffenen ausgerichtet sein müssen.

Fazit: Inkontinenz im Alter ist leicht zu untersuchen und mit modernen Möglichkeiten gut behandelbar.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/77668/Harninkontinenz-im-Alter

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