Prostata: wie funktioniert das Zentrum des männlichen Harn- und Geschlechtstraktes

Wie ist die Prostata aufgebaut?

Die Prostata wiegt in jungen Jahren circa 18 Gramm, ist nur wenige Zentimeter gross und ähnlich geformt wie eine Esskastanie. Die Prostata liegt im Becken etwas unterhalb der Harnblase, umschliesst die Harnröhre und reicht bis in die Nähe des Harnröhrenschliessmuskels. Das heisst die Prostata liegt im Zentrum des männlichen Harn- und Geschlechtstraktes, denn hier treffen Harn- und Samenwege zusammen. Die Prostata besteht grösstenteils aus Drüsen, die das Prostatasekret bilden, welches einen grossen Anteil an der Samenflüssigkeit ausmacht. Das Innere der Prostata unterteilt man visuell in eine innere und eine äussere Zone: ähnlich einer Orange: die äussere Zone der Schale entsprechend und die innere Zone dem Fruchtfleisch ähnlich aufgebaut. Die innere Zone die ja die Harnröhre umschliesst,  ist der Bereich, der hauptsächlich von der gutartigen Vergrösserung der Prostata im Alter betroffen ist. In der Aussenzone der Prostata dagegen  bilden sich am häufigsten bösartigen Tumoren. Dies erleichtert die Vorsorgeuntersuchung, denn die Aussenzone der Prostata liegt direkt neben dem Enddarm und ist so für eine Untersuchung leicht zugänglich. 

Welche Funktion hat die Prostata?

Die Aufgabe der Prostata ist es, das Prostatasekret, das zur Ernährung der Spermien dient, zu produzieren und vor einem Samenerguss in die Harnröhre abzugeben. Die Grösse der Prostata und auch ihre Tätigkeit in der Produktion von Sekret und anderen Wirkstoffen wird von verschiedenen Hormonen und Wachstumsfaktoren gesteuert. 
Die Geschlechtshormone regulieren die Funktion der Prostata: An erster Stelle zu nennen ist das in den Hoden gebildete Testosteron, das von der Hirnanhangsdrüse, der so genannten Hypophyse gesteuert wird. Diese unterliegt einer übergeordneten Steuerung durch den Hypothalamus (einem Teil des Stammhirns). Werden also Botenstoffe von der Hypophyse in die Blutbahn abgegeben und erreichen diese die Leydig-Zellen in den Hoden kann die Produktion von Testosteron beginnen. Das fertige Testosteron wird dann in die Blutbahn abgegeben und erreicht auf diesem Wege die Prostata und die anderen Geschlechtsorgane. In der Prostata wird das Testosteron noch einmal umgebaut, das Enzym 5alpha-Reduktase generiert aus Testosteron das 1.5 bis 2.5 fach wirksamere männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron kurz DHT. Das Hormon DHT steuert nun hauptsächlich das Wachstum, die Entwicklung und die Tätigkeit der Prostata. Neben der Bildung von DHT können aus dem Testosteron auch weibliche Geschlechtshormone so genannte Östrogene gebildet werden, dies geschieht durch ein Enzym, das als Aromatase bezeichnet wird. Allerdings wird nur ein Bruchteil des gesamten Testosterons in Östrogene umgebaut, der Hauptteil geht in die DHT-Produktion.

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