Ursachen der Mischinkontinenz: Beschwerden durch Drang und Belastung

Wie entsteht eine Mischinkontinenz?

Definition Mischinkontinenz

Kommt es sowohl unter Harndrang als auch unter einer körperlichen Belastung zu einen unfreiwilligem Harnverlust, so liegt eine sogenannte gemischte Inkontinenz vor. Insbesondere Frauen ab dem 50. Lebensjahr sind von diesem Phänomen betroffen. In der Sprechstunde schildern betroffenen Frauen dann folgendes:

Zitat aus der Sprechstunde:
„Schon seit der Geburt meiner Kinder verliere ich von Zeit zu Zeit beim Husten oder Sport einiger Spritzer Urin. Damit konnte ich mich bisher gut arangieren, überlicherweise reichte eine dünne Vorlage zur Sicherheit. In letzter Zeit jedoch habe ich einige Sekunden nach dem Husten einen so plötzlichen, starken Harndrang, dass ich den Urin zur noch sehr schwer zurückhalten kann. Besonders häufig tritt das, bei kaltem Wetter auf, dann geht das so schnell, dass ich nicht mehr rechtzeitig reagieren kann.“

Ursachen für eine gemischte Inkontinenz

Eine Ursache für eine gemischte Inkontinenz ist somit eine durch körperliche Belastung getriggerte Überaktivität der Harnblase. Betroffenen Frauen schildern typischerweise einen unmittelbar nach einem Hustenstoss, beim Sport oder auch nach dem Lachen auftauchenden starken Harndrang, der nur schwer zu unterdrücken ist und einen sofortigen Toilettengang erfordert. Nicht selten ist es dann bereits zu spät und eine nicht unerhebliche Menge Urin fliesst ab. 

Dieses Phänomen lässt sich auch in der ärztlichen Untersuchung nachweisen, nach dem Husten geht nicht nur ein Spritzer Urin ab sondern eine grössere Menge, und ausserdem dauert es einige Sekunden bis es zu Urinverlust kommt. Die Ursache für dieses Phänomen ist ein an sich normaler und nützlicher Reflexmechanismus des Körpers. Dieser Reflex ist nach dem amerikanischen Urologen Barrington benannt, der diesen Mechnismus schon in den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts beschrieb. 
Tritt eimal Urin in die Harnröhre ein, so wird dies vom Körper als ein Versuch des Wasserlassens interpretiert. Reflexartig spannt sich nun der Blasenmuskel an, und zwar so lange, wie Urin durch die Harnröhre fliesst, also bis die die Blase vollständig entleert ist. 

Werden bei einer Schwäche des Bindegewebes oder nach einer Geburt die Haltebänder der Harnröhre gedehnt, so kann sich die Harnröhre unter Belastung beim Husten oder bei Bewegung absenken und ähnlich einem Trichter öffnen, so dass einige Tropfen Urin in die Harnröhre fliessen. Der Eintritt von Flüssigkeit wird dann in der Harnröhre als ein Vorgang des Wasserlassens interpretiert und eine Anspannung der Blase ausgelöst, welche dann typischerweise einige Sekunden später als starker und nur schwer zu unterdrückender Harndrang wahrgenommen. So geht unmittelbar nach dem Husten nur wenig Urin ab, nach ein paar Sekunden jedoch eine grössere Menge. 

Eine solche gemischte Inkontinenz stellt an den behandelnden Arzt besondere Herausforderungen, gilt es doch während der Abklärung das zugrundeliegende Problem zu identifizieren und ein für die spezielle Ausprägung der Mischinkontinenz geeignetes Behandlungsverfahren auszuwählen. 

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